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Warum Französisch?

Warum moderne Fremdsprachen?

Die Europäische Union mit der Möglichkeit, sich in anderen europäischen Ländern niederzulassen, und die Globalisierung der Wirtschaft haben zur Folge, dass immer mehr Menschen mit unterschiedlicher Muttersprache miteinander zu tun haben. Gleichzeitig benötigen immer mehr Unternehmen Mitarbeiter mit guten Fremdsprachenkenntnissen. Vor allem Führungskräfte müssen sich im Umfeld anderer Kulturen sicher bewegen können. „Je höher Sie in der Hierarchie eines Unternehmens kommen, desto häufiger ist es inzwischen an der Tagesordnung, dass die Mitarbeiter zwei bis drei Fremdsprachen beherrschen. Englisch allein reicht im Zeitalter der Globalisierung nicht“ (Beilage Lernen, SZ vom 13.2.01). Daraus lässt sich ableiten, dass in Zukunft ohne verwertbare Kenntnisse in wenigstens zwei europäischen Fremdsprachen die Konkurrenzfähigkeit für Personen in verantwortungsvoller Stellung nicht mehr gegeben sein wird.

Auch für eine friedliche Verständigung ist es unabdingbar, dass möglichst viele Menschen über Sprachkenntnisse und interkulturelle Kompetenz verfügen.

Entwicklungspsychologen sind sich einig, dass moderne Fremdsprachen in jungen Jahren besonders leicht gelernt werden können, da die Unbefangenheit beim Sprechen sowie die Freude am spielerischen Umgang mit der Sprache noch sehr groß sind. Dies zeigen auch die Erfahrungen im Unterricht der 6. Klassen am Gymnasium. Mit zunehmendem Alter ist es nachweislich schwerer, sich eine lebende Fremdsprache – vor allem eine korrekte Aussprache – anzueignen. Und später, im Studium oder im Beruf, bleibt kaum mehr Zeit für gründliches Sprachenlernen.

 

Warum Französisch?

  • Die französische Sprache wird außer in Frankreich in Belgien, der Schweiz, Luxemburg, einem Teil Kanadas und mehreren afrikanischen Ländern gesprochen. Sie ist die am weitesten verbreitete Zweitsprache und Amtssprache in 35 Ländern der Erde.
  • Frankreich ist die fünftgrößte Wirtschaftsmacht der Welt und mit Abstand unser wichtigster europäischer Handelspartner. Etwa 2900 deutsche Unternehmen sind in Frankreich vertreten, 2200 französische Firmen in Deutschland, woraus sich eine entsprechende Nachfrage nach Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit guten Französischkenntnissen ergibt. Bayern kooperiert auf verschiedenen Ebenen mit der kanadischen Provinz Québec sowie mit mehreren Regionen in Südfrankreich.
  • In den Verwaltungseinrichtungen der Europäischen Union und in weiteren internationalen Organisationen ist Französisch die wichtigste Sprache nach Englisch.
    Viele wissenschaftliche Institute und Behörden beider Länder arbeiten eng zusammen und benötigen zweisprachige Mitarbeiter in allen Bereichen.
  • Deutschland und Frankreich haben über 150 deutsch-französische Studiengänge gegründet, die für die Ausübung von Berufen in Spitzenpositionen international anerkannte Abschlüsse vermitteln, z.B. in Jura, Medizin, in Natur- und Ingenieurswissenschaften und in Wirtschaft (s. www.dfh-ufa.org, www.dfs-sfa.org).
  • Französisch ermöglicht zudem den direkten Zugang zu Kunst und Kultur Frankreichs und der Frankophonie, zu Literatur und Philosophie, zum sehr lebendigen und kreativen französischen Film, insgesamt zu einer Lebensart, die unsere eigene bereichern kann.
  • Der landeskundliche Aspekt ist im Französischunterricht nicht nur ein theoretisch abgehandeltes Thema, sondern die Schüler können persönliche Erfahrungen machen und diese in den Unterricht einbringen:
    • Nach der Beendigung der Partnerschaft mit dem Lycée Alponse Benoit in L’Isle-sur-la-Sorgue haben wir Kontakte zu einem Lycée in Bordeaux und einem Lycée in Vannes (Bretagne) geknüpft.
      Wir planen, eine Gruppe aus Schülerinnen und Schülern der 9. und der 10. Klassen jeweils in einem Jahr an einem Austausch mit Bordeaux, im folgenden Jahr mit Vannes teilnehmen zu lassen. Die Kollegin aus Bordeaux möchte den Austausch im Schuljahr 2012/13 organisieren, und wenn alles so gelingt, wie wir es uns vorstellen, wird im Schuljahr 2013/14 eine Schülergruppe aus Vannes acht bis zehn Tage am Klenze-Gymnasium und in Familien verbringen und unsere Schüler bei sich aufnehmen.
    • Das deutsch-französische Jugendwerk hat verschiedene Programme aufgelegt, die es Schülerinnen und Schülern der 9. und 10. Jahrgangsstufe ermöglichen, mehrere Monate an einem Gymnasium in Frankreich zu verbringen (Voltaire-Programm, Brigitte-Sauzay-Programm). Die Maßnahmen sind mit einem Zuschuss zu den Fahrtkosten und einem Stipendium verbunden und werden auf die Schulzeit in Bayern angerechnet.
    • Das Dante-Gymnasium bietet seinen Schülerinnen und Schülern und auch Schülerinnen und Schülern des Klenze-Gymnasiums die Möglichkeit, sich ab der 10. Jahrgangsstufe auf das Abi-Bac vorzubereiten. Wer gleichzeitig mit der deutschen Hochschulreife das französische Baccalauréat erwerben will, kann in der 10. Klasse parallel zum Unterricht am Klenze-Gymnasium am bilingualen Unterricht des Dante-Gymnasiums teilnehmen. Die Schüler, die sich definitiv für diesen Weg entscheiden, müssen allerdings nach der 10. Jahrgangsstufe an die Nachbarschule wechseln, wo sie die letzten beiden Schuljahre verbringen und die Abiturprüfung ablegen.
    • Zusätzlich zum Unterricht können die Schüler ein international anerkanntes Sprachdiplom erwerben, das sogenannte DELF (Vorbereitung und Prüfung finden am Klenze-Gymnasium statt).
  • Ausgehend von den im Französischunterricht erworbenen Kenntnissen ist das Erlernen anderer romanischer Sprachen wie Spanisch oder Italienisch oder ein eventuelles Nachlernen von Latein relativ leicht und schnell möglich.
  • Auch die Bedeutung vieler Fremdwörter im Deutschen kann auf der Grundlage von Französischkenntnissen gut erschlossen werden.

Weitere Informationen:
http://www.dfjw.org/brigitte-sauzay-programm
http://www.dfjw.org/voltaire-programm
http:///www.ciep.fr/de/delf-scolaire
http://www.dante-gymnasium.de/Unterricht/franzoesisch/franzoesisch.html

 

Wie wird Französisch vermittelt?

Ebenso wie im Englischunterricht steht die Kommunikationsfähigkeit im Mittelpunkt. Vielfältige Themen, praxisbezogene Situationen, motivierende Sprech- und Schreibanlässe, handlungsorientierte Methoden sollen die Schüler zu eigenen Äußerungen ermutigen, ihre Kreativität wecken und ihre Freude am Französischen fördern. In Ergänzung zum Lehrbuch (Découvertes, Klett Verlag) begegnen sie von Anfang an authentischen Texten (Literatur, Film, Musik, Comics).

Das früher von den meisten Schülern so gefürchtete Diktat ist heute genauso wenig Bestandteil einer Schulaufgabe wie die wörtliche Übersetzung aus dem Deutschen ins Französische. Stattdessen werden vermehrt kommunikative Kompetenzen gelehrt und überprüft, wie Hör- und Leseverstehen, Erzählen, Diskutieren, Dolmetschen, Zusammenfassen der wichtigsten Informationen eines Textes auf Deutsch usw.

In den Jahrgangsstufen 8, 9, 10 und 11 ersetzen wir einen schriftlichen großen Leistungsnachweis (= Schulaufgabe) durch einen mündlichen, was bedeutet, dass der Mündlichkeit auch bei der Notengebung größere Bedeutung zukommt als früher.

 

Französisch – zu schwierig?

Weit verbreitet ist nach wie vor die Meinung, Aussprache und Schreibung des Französischen seien, vor allem verglichen mit dem Englischen, schwierig. Natürlich verlangt die französische Sprache neue Hör- und Sprechgewohnheiten, und auch die Schreibung erscheint zunächst kompliziert. Doch dank fester Ausspracheregeln gelingt es den Lernenden meistens schnell, selbst unbekannte Wörter richtig zu lesen und bestimmte Laute korrekt zu schreiben.

Der französische Satzbau ist dem englischen sehr ähnlich, und zahlreiche Grammatikregeln gleichen Regeln, welche die Schüler bereits aus dem Englischen kennen. Darüber hinaus ist die französische Grammatik klar strukturiert und weist nicht zu viele Ausnahmen auf.

Da zudem ein erheblicher Teil des englischen Wortschatzes auf französische Wörter zurückgeht, lässt sich auch auf diesem Gebiet manches ableiten.

Es sei allerdings nicht verschwiegen, dass im Fach Französisch sorgfältiges und regelmäßiges Arbeiten äußerst wichtig und für den Erfolg unverzichtbar ist. Arbeitstechniken werden daher von Anfang an geschult.

Allerdings wird der Lernende für seine Mühen dadurch entschädigt, dass er schon nach relativ kurzer Zeit in einer schönen, klangvollen Sprache einfache Gespräche führen kann. Das versetzt ihn in die Lage, Kontakt zu Gleichaltrigen aus Frankreich oder einem französischsprachigen Land aufzunehmen oder aber bei einem Urlaub in Frankreich kleine Aufgaben zu übernehmen oder für die Eltern als Dolmetscher zu fungieren.

Wie das Erlernen des Lateinischen fördert auch das Erlernen der französischen Sprache logisches Denken sowie klaren Ausdruck und trainiert das Erfassen systematischer Strukturen.